Samstag, 24. Oktober 2015
Aus gegebenem Anlass - Gedenken an unsere Sternenkatzen (Teil 6) – Gipsy und ich schlossen den Bund fürs Leben
Gipsy entwickelte sich immer mehr zu einer zauberhaften und traumhaft schönen Lady, die alle um ihre kleine Kralle wickeln konnte. Und Ihr dürft mir glauben, wenn ich sage: Sie wusste es!
Aber es gab natürlich auch Zeiten, die mal nicht so schön waren. So musste, als sie etwa ein Jahr alt war, die Wohnung renoviert werden und ein Freund, der Maler und Lackierer war, half uns dabei. Nur leider hat er gefühlte Schuhgröße Waldbrandaustreter und so manches Mal läuft er auch reichlich blind durch die Gegend, sodass kam, was kommen musste. Er stieg von der Leiter runter und hatte nicht gesehen, dass ein kleines, neugieriges Katzenmädchen ihm zuschaute und fast direkt unter der Leiter saß. Er trat ihr auf den Kopf, sie jaulte laut auf, schoss im Eiltempo an uns vorbei und versteckte sich für die nächsten zwei Stunden im Schrank. Sie wollte noch nicht einmal mich sehen und fauchte mich in bester Katzenmanier an. Als ich jedoch nach der Zeit noch einmal nach ihr sah, sah ich das Ausmaß und so konnte sie fauchen und kratzen, wie sie wollte, ich pflückte sie zwischen all den T-Shirts und Pullovern aus dem Schrank.
Ihr Mäulchen stand etwas offen - es war ihr nicht möglich, ihre kleine süße Schnute zu schließen. Zum Glück war die Kleintierklinik nur etwa einen Kilometer weg. Da es schon abends war, habe ich dort angerufen, dem Tierarzt die Sachlage erklärt, danach Katze eingepackt und hin dort. Der Tierarzt untersuchte sie eingehend und meinte, dass ihr Unterkiefer ausgerenkt war, ein Röntgenbild zur Sicherheit aber auch angebracht wäre. Er würde sie jetzt behandeln und sie über Nacht dort zur Beobachtung behalten. Es war die schrecklichste Nacht meines jungen Lebens als Katzenmama. Am nächsten Morgen rief ich an und ich durfte kommen und sie abholen. Da der Unterkiefer auch offen war, hatte der Tierarzt diesen genäht, aber es ging ihr den Umständen entsprechend zu. Mein Ex und der Freund fuhren unsere neuen Möbel abholen, während ich bei meiner kranken Maus blieb.
Ich setzte mich in einen Sessel – naja, der hatte eine so große Sitzfläche, dass ich schon fast drin liegen konnte – und legte meine kleine Fellnase auf meinen Bauch. Sie ließ sich ausgiebig von mir streicheln und fing an, zu schnurren. Ich glaube, in diesem Moment haben wir endgültig den unzertrennlichen Bund fürs Leben geschlossen. So blieben wir sitzen, bis die neuen Möbel kamen. Damit nichts passiert, habe ich sie besser ins Schlafzimmer gebracht und sie krabbelte von meinem Arm aus direkt wieder in den Schrank, aber nicht, um sich dort zu verstecken, sondern sie wusste, dass sie dort sicher war. Überhaupt wurde das ihr erklärter Lieblingsplatz, denn in Mama’s Sachen ließ es sich doch so richtig kuschelig liegen und schlafen.
Nach einiger Zeit mussten wir wieder zum Tierarzt, denn die Fäden mussten raus. Der Tierarzt – ein freundlicher, älterer Herr – unternahm einen kurzen Versuch, ihr die Fäden so zu ziehen. Aber Gipsy zeigte sich keineswegs kooperativ. Also hieß es, Gipsy in Schlaf zu legen. Ich sollte draußen warten (was ich inzwischen bei keiner meiner Miezen mehr tue!) und dort hörte ich es dann: Miauuuuuu – Krach – Miauuuuuu – Bumm – Schepper – Miauuuuu – Rums. Nach einigen Minuten kam der arme Tierarzt völlig fertig raus, wischte sich den Schweiß von der Stirn und meinte nur noch: Mein Gott, ist die schnell!!! – Nun ja, das hätte er auch einfacher haben können.
Nachdem sie erzwungenermaßen, aber dennoch selig im Land der Träume segelte, wurden ihr die Fäden entfernt. Zu Hause wachte sie wieder vollends aus ihrer leichten Narkose auf und torkelte durch die Gegend, was immer so aussah, als wenn sie einen Zug durch die Gemeinde gemacht hätte. Aber letztendlich war alles gut verheilt und das war die Hauptsache. Aber die Tierklinik, die mochte sie nicht mehr. Zum Glück mussten wir diese aber in den folgenden Jahren lediglich für die jährliche Kontrolle besuchen.
Habt einen schönen Tag!
Schnurrende Grüße von Eurer Chrissie und der Katzenbande.
Bildquelle: Ich (meine Sternenkatze Gipsy auf ihrem Lieblingskissen)
Mittwoch, 21. Oktober 2015
Wie konntest Du nur? – Eine Geschichte, die berührt
Heute möchte ich – bevor ich mich in nächster Zeit vermehrt wieder um die Fortsetzungsgeschichte um Gipsy und Cherie widmen möchte – Euch eine ganz andere Geschichte ans Herz legen, die zum Nachdenken anregen soll. In dieser Geschichte ist das Hauptlebewesen eine Samtpfote, aber sie ist stellvertretend für alle Tiere, die unser Leben mit uns teilen.
Ich habe diese Geschichte erst vor wenigen Tagen im Internet entdeckt und ich muss sagen, sie hat mich nicht nur zutiefst berührt, sondern mir auch vor Augen geführt, wie viele Menschen es gibt, die sich um ihr Tier, wenn Änderungen im Leben anstehen, kaum Gedanken machen. Besonders schwierig wird es, wenn das Haustier älter wird. Daher möchte ich sie Euch nicht vorenthalten.
Von daher möchte ich jeden zukünftigen Tierhalter dazu aufrufen, sich VOR der Anschaffung gut zu überlegen, ob er/sie dazu bereit ist, die Verantwortung für ein ganzes Tierleben zu übernehmen. Katzen können heutzutage bei guter Pflege und Ernährung 20 Jahre oder noch älter werden. Und alle Tierhalter möchte ich wirklich dazu aufrufen, das Tier nicht einfach abzuschieben, wenn es nicht mehr zum jetzigen Lebensstandard passt oder sich im Alter Krankheiten einstellen, denn jedes Tier ist es wert, bis zum letzten Atemzug bei uns zu sein und schenkt uns seine ganze Liebe.
Aber nun lest selbst - und ich hoffe, Ihr habt genügend Taschentücher bereitliegen:
Wie konntest Du nur?
Als ich noch ein Kätzchen war, unterhielt ich dich mit meinem Herumtollen und brachte dich zum Lachen. Du nanntest mich "dein Baby", und, obwohl ich einiges kaputt machte, wurde ich doch deine beste Freundin. Wann immer ich etwas "anstellte", hobst du mahnend den Zeigefinger und sagtest:
"Wie konntest du nur!?"
Aber schon einen Augenblick später warst du wieder so
zärtlich und hast mich eng an dich gedrückt.
Als du im Studium so viel lernen musstest, hattest du natürlich wenig Zeit für mich. Aber ich verstand das immer und spielte mit meinen Bällchen. Ich erinnere mich an alle die Nächte, in denen ich mich in deinem Bett ganz eng an dich schmiegte, und das Leben vollkommen schien.
Als du im Studium so viel lernen musstest, hattest du natürlich wenig Zeit für mich. Aber ich verstand das immer und spielte mit meinen Bällchen. Ich erinnere mich an alle die Nächte, in denen ich mich in deinem Bett ganz eng an dich schmiegte, und das Leben vollkommen schien.
Du tolltest dann auch wieder mit mir herum, und wir
genossen die Sonne gemeinsam auf dem Balkon. Von deinem Frühstück gab es für
mich immer was vom Schinken, "aber nicht zu viel, das ist für Katzen
ungesund!"
Und ich schlief solange, bis du von der Arbeit nach Hause
kamst. Nach und nach verbrachtest du immer mehr Zeit auf der Arbeit als mit
mir, um "Karriere" zu machen. Dann warst du so viel weg, um einen
Menschenpartner kennen zu lernen. Ich wartete immer geduldig auf dich, tröstete
dich bei jedem Liebeskummer, tapste mit meinen Pfoten deine Tränen vom Gesicht.
Und freute mich, als du endlich "deinen" Partner fandest. Zwar keinen
Katzenfreund, aber ich respektierte deine Wahl.
Ich war glücklich, weil du glücklich warst!
Ich war glücklich, weil du glücklich warst!
Dann kamen nacheinander deine Kinder zur Welt.
Ich teilte die Aufregung mit dir. Ich war von den süßen Kindchen so fasziniert, dass ich sie mit bemuttern wollte. Aber du und dein Partner dachten nur daran, dass ich den Kindern schaden, sie gar verletzen könne. Deshalb wurde ich auch noch aus dem großen schönen Raum ausgesperrt. In dein Bett durfte ich schon lange nicht mehr.
Ich liebte die Kinder und wurde "Gefangene der Liebe".
Sie fingen an zu wachsen, und ich wurde ihre Freundin. Sie zerrten an meinen Ohren, meinem Fell, meinem Schwanz, hielten sich auf wackligen Beinchen beim Laufen lernen an mir fest. Sie erforschten meine empfindliche Nase mit unbeholfenen Fingerchen, und ich hielt bei all dem geduldig still. Ich liebte alles an den Kindern, besonders ihre Berührungen, weil deine so selten wurden.
Ich war bereit, die Kinder notfalls mit meinem Leben zu verteidigen.
Ich war bereit, in ihre Bettchen zu schlüpfen, um ihre Sorgen und Träume anzuhören. Und zusammen mit ihnen erwartungsvoll auf das Motorengeräusch deines Autos zu hören, wenn du in unsere Auffahrt einbogst.
Ich teilte die Aufregung mit dir. Ich war von den süßen Kindchen so fasziniert, dass ich sie mit bemuttern wollte. Aber du und dein Partner dachten nur daran, dass ich den Kindern schaden, sie gar verletzen könne. Deshalb wurde ich auch noch aus dem großen schönen Raum ausgesperrt. In dein Bett durfte ich schon lange nicht mehr.
Ich liebte die Kinder und wurde "Gefangene der Liebe".
Sie fingen an zu wachsen, und ich wurde ihre Freundin. Sie zerrten an meinen Ohren, meinem Fell, meinem Schwanz, hielten sich auf wackligen Beinchen beim Laufen lernen an mir fest. Sie erforschten meine empfindliche Nase mit unbeholfenen Fingerchen, und ich hielt bei all dem geduldig still. Ich liebte alles an den Kindern, besonders ihre Berührungen, weil deine so selten wurden.
Ich war bereit, die Kinder notfalls mit meinem Leben zu verteidigen.
Ich war bereit, in ihre Bettchen zu schlüpfen, um ihre Sorgen und Träume anzuhören. Und zusammen mit ihnen erwartungsvoll auf das Motorengeräusch deines Autos zu hören, wenn du in unsere Auffahrt einbogst.
Vor langer Zeit, als man dich fragte, ob du ein Haustier
hättest, zogst du aus deiner Tasche ein Foto von mir und erzähltest so
liebevoll von mir. Die letzten Jahre gabst du nur noch ein knappes
"Ja" zur Antwort und wechseltest dann das Thema.
Ich war früher "deine Samtpfote" und bin heute "nur eine Katze".
Ich war früher "deine Samtpfote" und bin heute "nur eine Katze".
Dann hattet ihr eine neue Karrieregelegenheit in einer anderen
Stadt.
Du und deine Familie zogen in eine Wohnung, in der Haustiere nicht erlaubt waren. Ein Mann hat euch das extra noch gesagt, und ihr habt ohne zu Zögern unterschrieben. Beide. Du hattest für dich und deine Familie eine Entscheidung zu finden, die aus deiner Sicht bestimmt richtig war.
Obwohl einmal ich mal deine Familie war.
Du und deine Familie zogen in eine Wohnung, in der Haustiere nicht erlaubt waren. Ein Mann hat euch das extra noch gesagt, und ihr habt ohne zu Zögern unterschrieben. Beide. Du hattest für dich und deine Familie eine Entscheidung zu finden, die aus deiner Sicht bestimmt richtig war.
Obwohl einmal ich mal deine Familie war.
Die Autofahrt machte Spaß, weil auch die Kinder
mitfuhren.
Als ich merkte, wo wir angekommen waren, war der Spaß zu Ende. Es roch nach Hunden und nach meinen Artgenossen, nach Angst und nach Desinfektionsmitteln und Hoffnungslosigkeit. Du fülltest Papiere aus und sagtest, dass du wüsstest, dass man ein gutes Heim für mich findet.
Die beiden Damen hinter dem Schreibtisch zuckten mit den Achseln und betrachteten dich merkwürdig. Sie verstanden die Wirklichkeit, der eine Katze über die fünfzehn gegenüberstand. Du hattest die Finger deiner jüngsten Tochter aus meinem Fell lösen müssen, während sie weinte und schrie "Nein, nein! Nehmt mir meine liebe Katze nicht weg!"
Ich wunderte mich noch, wie du ihr ausgerechnet in diesem Moment etwas von Freundschaft, Verantwortung und Loyalität vermitteln wolltest.
Zum Abschied tipptest du leicht auf meinen Kopf, vermiedest dabei tunlichst, mir in die Augen zu sehen, und lehntest es höflich ab, meine offen daneben stehende Transportbox wieder mitzunehmen.
Du hattest einen wichtigen Termin einzuhalten, nun habe ich auch einen.
Kurz nachdem du weg warst, sagte eine der netten Damen, du hättest mit Sicherheit schon Monate vorher vom Umzug gewusst, und somit wäre Zeit gewesen, einen "guten Platz" für mich zu finden. Sie schüttelten bedrückt den Kopf und fragten leise: "Wie konntest du nur?"
Als ich merkte, wo wir angekommen waren, war der Spaß zu Ende. Es roch nach Hunden und nach meinen Artgenossen, nach Angst und nach Desinfektionsmitteln und Hoffnungslosigkeit. Du fülltest Papiere aus und sagtest, dass du wüsstest, dass man ein gutes Heim für mich findet.
Die beiden Damen hinter dem Schreibtisch zuckten mit den Achseln und betrachteten dich merkwürdig. Sie verstanden die Wirklichkeit, der eine Katze über die fünfzehn gegenüberstand. Du hattest die Finger deiner jüngsten Tochter aus meinem Fell lösen müssen, während sie weinte und schrie "Nein, nein! Nehmt mir meine liebe Katze nicht weg!"
Ich wunderte mich noch, wie du ihr ausgerechnet in diesem Moment etwas von Freundschaft, Verantwortung und Loyalität vermitteln wolltest.
Zum Abschied tipptest du leicht auf meinen Kopf, vermiedest dabei tunlichst, mir in die Augen zu sehen, und lehntest es höflich ab, meine offen daneben stehende Transportbox wieder mitzunehmen.
Du hattest einen wichtigen Termin einzuhalten, nun habe ich auch einen.
Kurz nachdem du weg warst, sagte eine der netten Damen, du hättest mit Sicherheit schon Monate vorher vom Umzug gewusst, und somit wäre Zeit gewesen, einen "guten Platz" für mich zu finden. Sie schüttelten bedrückt den Kopf und fragten leise: "Wie konntest du nur?"
Die Damen widmeten sich uns, wann immer es ihre Zeit
zuließ. Wir bekamen gute und reichliche Mahlzeiten, aber ich verlor meinen
Appetit schon vor vielen Tagen.
Anfangs hoffte ich unentwegt, dass du eines Tages zurückkommst und mich hier rausholst. Wünschte mir, dass alles nur ein böser Traum war und ich eines Tages aufwache ... bei dir zu Hause...
Aber du kamst nie. Und wann immer jemand an "meinem" Vermittlungszimmer vorbei ging, presste ich bittend meine Pfoten durch jeden möglichen Spalt.
Gab es niemanden, der mich mochte?
Niemanden, dem ich all meine Liebe, Dankbarkeit und zärtliche Treue schenken durfte?
Anfangs hoffte ich unentwegt, dass du eines Tages zurückkommst und mich hier rausholst. Wünschte mir, dass alles nur ein böser Traum war und ich eines Tages aufwache ... bei dir zu Hause...
Aber du kamst nie. Und wann immer jemand an "meinem" Vermittlungszimmer vorbei ging, presste ich bittend meine Pfoten durch jeden möglichen Spalt.
Gab es niemanden, der mich mochte?
Niemanden, dem ich all meine Liebe, Dankbarkeit und zärtliche Treue schenken durfte?
Die Wahrheit war, dass ich es nicht mit den süßen kleinen
knuddeligen Katzenkindern aufnehmen konnte. Unbeachtet, von allen übersehen und
vergessen, zog ich mich in eine Ecke zurück, stand nicht mehr auf.
Eines Tages, am Nachmittag, hörte ich Schritte. Man hob mich
auf, trug mich über einen langen Korridor, der in einen Raum mündete. Es war
ein seliger, ruhiger Raum. Die Frau legte mich auf den Tisch, streichelte
behutsam über meinen Kopf und erklärte mir, dass ich mich nicht sorgen solle.
Mein Herz schlug voller Erwartung auf das, was nun kommen sollte. Gleichzeitig
hatte ich ein Gefühl des Loslösens.
Mir, der Gefangenen der Liebe, gingen die Tage aus.
Mir, der Gefangenen der Liebe, gingen die Tage aus.
Ich war mehr um die nette Frau besorgt als um mich
selbst. Ich erkannte, dass sie an einer Last tragen müsse, die Tonnen wog.
Sie band leicht etwas um meine Vorderpfote, während eine Träne ihre Wange hinunter kullerte. Ich schob meinen Kopf in ihre Hand, so wie ich es immer bei dir getan hatte, um dir meine Liebe zu zeigen. Ich spürte einen leichten Einstich und eine kühle Flüssigkeit, die in mich hinein floss. Ich streckte mich schläfrig aus, schaute dabei in die freundlichen Augen der Frau und murmelte:
" Wie konntest du nur?"
Sie band leicht etwas um meine Vorderpfote, während eine Träne ihre Wange hinunter kullerte. Ich schob meinen Kopf in ihre Hand, so wie ich es immer bei dir getan hatte, um dir meine Liebe zu zeigen. Ich spürte einen leichten Einstich und eine kühle Flüssigkeit, die in mich hinein floss. Ich streckte mich schläfrig aus, schaute dabei in die freundlichen Augen der Frau und murmelte:
" Wie konntest du nur?"
Möglicherweise verstand sie mein leises Miauen, denn sie
sagte:" Es tut mir leid!"
Sie umarmte mich hastig und erklärte, dass es ihr Job sei, mir einen besseren Platz zu verschaffen, wo ich nicht missbraucht, ignoriert und verlassen sein würde. Einen Platz, an dem ich mich nicht verkriechen müsse, einen Platz der Liebe und des Lichts, der so anders sei als auf Erden. Mit meinem letzten Funken Energie öffnete ich weit meine Augen und sah sie unverwandt an, versuchte ihr so zu sagen, dass mein "Wie konntest du nur?" nicht an sie gerichtet war.
Ich dachte an dich, du mein geliebter Mensch.
Sie umarmte mich hastig und erklärte, dass es ihr Job sei, mir einen besseren Platz zu verschaffen, wo ich nicht missbraucht, ignoriert und verlassen sein würde. Einen Platz, an dem ich mich nicht verkriechen müsse, einen Platz der Liebe und des Lichts, der so anders sei als auf Erden. Mit meinem letzten Funken Energie öffnete ich weit meine Augen und sah sie unverwandt an, versuchte ihr so zu sagen, dass mein "Wie konntest du nur?" nicht an sie gerichtet war.
Ich dachte an dich, du mein geliebter Mensch.
Und ich werde immer an dich denken und auf dich warten.
Mein letzter Atemzug ist mein Wunsch, dass dir in deinem Leben immer diese
Loyalität widerfahren möge, die mir verweigert worden war...
Es gibt so viele Mails, die man angeblich an möglichst
viele Menschen weiterleiten soll, damit dies oder jenes passiert.
Doch diese Geschichte ist es wirklich wert, an so viele Menschen wie nur irgend möglich weitergeleitet zu werden.
Möge sie viele Herzen berühren und zahllose Menschen zum Weinen bringen.
Doch diese Geschichte ist es wirklich wert, an so viele Menschen wie nur irgend möglich weitergeleitet zu werden.
Möge sie viele Herzen berühren und zahllose Menschen zum Weinen bringen.
(Dazu einige Worte des Autors: Wenn "Wie konntest du
nur?" Ihnen
Tränen in die Augen trieb, dann erging es Ihnen genauso wie mir,
als ich sie schrieb. Deshalb ist es ausdrücklich erlaubt, diese
Geschichte so oft wie möglich weiterzugeben, solange es nicht
kommerziellen Zwecken dient. Erklären Sie der Öffentlichkeit, dass
die Entscheidung, ein Haustier aufzunehmen und in eine Familie zu
integrieren, wichtig für das ganze Leben sein kann. Dass man ein
Haustier nicht einfach aufgeben darf - und wenn es schon nicht
anders geht, es wenigstens nicht in ein Tierheim, sondern in eine
liebevolle neue Familie geben und sich dankbar von ihm verabschieden
muss. Das Tiere unsere Liebe und unseren Respekt verdienen,
vielleicht mehr als die meisten Menschen ... )
Tränen in die Augen trieb, dann erging es Ihnen genauso wie mir,
als ich sie schrieb. Deshalb ist es ausdrücklich erlaubt, diese
Geschichte so oft wie möglich weiterzugeben, solange es nicht
kommerziellen Zwecken dient. Erklären Sie der Öffentlichkeit, dass
die Entscheidung, ein Haustier aufzunehmen und in eine Familie zu
integrieren, wichtig für das ganze Leben sein kann. Dass man ein
Haustier nicht einfach aufgeben darf - und wenn es schon nicht
anders geht, es wenigstens nicht in ein Tierheim, sondern in eine
liebevolle neue Familie geben und sich dankbar von ihm verabschieden
muss. Das Tiere unsere Liebe und unseren Respekt verdienen,
vielleicht mehr als die meisten Menschen ... )
Habt einen schönen Tag!
Schnurrende Grüße von Eurer Chrissie und der Katzenbande.
Textquelle Kurzgeschichte: Jim Willis
Bildquelle: Ich (Blacky – heute 15 Jahre und meine sanfte Schöne)
Dienstag, 11. August 2015
Der Frikadellen-Dieb – Oder: Wenn es plötzlich ganz verdächtig still wird
Wenn es auf einmal in der Wohnung verdächtig still wird, dann sollte man der Sache mal gründlich auf den Grund gehen. Das ist nicht nur bei kleinen Kindern so, sondern trifft auch auf unsere Fellmäuse zu. Dies lässt mich wiederum zu dem Schluss kommen: Katzen sind doch irgendwie auch wie Kinder.
Ein paar Jahre, nachdem Gipsy zu mir fand, bin ich in eine größere Wohnung umgezogen. Der Umzug stellte sich als sehr einfach dar, es ging nämlich nur eine Tür weiter. An einem frühlingshaften Freitag – es war ein Tag vor meinem Geburtstag – hatte ich mir freigenommen. Ich putzte und wienerte die Wohnung, was das Zeug hielt – selbstverständlich unter den mehr oder weniger kritischen Augen meiner Gipsy, die sich immer wieder Möglichkeiten einfallen ließ, um mir ausgiebig zu helfen. So vertrümmte sie den Fuß des Staubsaugers und jagte dem Putzlappen hinterher. Hausarbeit kann ja sooo viel Spaß machen, Mama. Nun ja, wenn Frau es eilig hat und was wegschaffen will, weil die To-Do-Liste noch voll ist, dann ist die Freude doch sehr einseitig. Aber wirklich böse sein konnte ich ihr nicht.
Nachdem ich nun die Putzarie erledigt hatte, machte ich mich daran, die ersten Vorbereitungen für meinen bevorstehenden Geburtstag zu treffen. Es sollte kleine Frikadellen mit Kartoffelsalat geben. Also drehte ich den halben Vormittag unzählige kleine Frikadellen, die ich nacheinander in der Pfanne gebraten habe. Die fertigen Frikadellen sammelte ich in einer großen Schüssel, die ich zum Abkühlen stehen ließ. Als ich endlich fertig war, überlegte ich mir, dass eine kleine Mittagsstunde jetzt fein wäre, bevor ich mich weiter mit den Vorbereitungen beschäftigte. Kaum gedacht, lag ich auch schon auf dem Sofa. Dass Gipsy weit und breit nicht mehr zu sehen war, fiel mir dabei noch nicht einmal wirklich auf, denn immerhin war ich morgens bereits in aller Herrgottsfrühe aus dem Bett gefallen und dementsprechend müde. Zufrieden mit den Dingen, die ich von der Liste streichen konnte, kuschelte ich mich in meine Wolldecke und segelte sanft in das Land der Träume.
Nach etwa einer Stunde wachte ich auf und wunderte mich, wieso Gipsy eigentlich nicht in meiner Nähe lag? Überhaupt fand ich es sehr ruhig, sie war noch nicht einmal mit Spielen beschäftigt. Und während ich mich noch so fragte, wo Gipsy wohl nun wäre, erhob ich mich vom Sofa. Als ich an der Küche vorbei ging, schaute ich eher zufällig hinein. Und was musste ich sehen? Eine schmatzende Katze, die sich gerade ganz genüsslich eine Frikadelle aus der Schüssel angelte! Wer jetzt aber denkt, dass sie bereits die Schüssel halb leer gefressen haben müsste, der irrt sich gewaltig. Madame Gipsy zog es vor, sich die eine oder andere Frikadelle unter die Kralle zu reißen, ein paar Mal abzubeißen und sich dann die nächste zu holen. Sie lief noch nicht einmal weg, als ich sie ertappte, sondern blieb in aller Seelenruhe sitzen und sah mich mit einem Blick an, der sagte: Mama, ich wollte nur mal testen, ob auch wirklich alle Fleischbällchen gleich schmecken.
Auch wenn ich empört mit ihr schimpfte, musste ich innerlich doch lachen. Um die Schüssel herum lagen etwa sechs angefressene Frikadellen. Jedoch hatte ich – wie so häufig – eigentlich viel zu viele gebraten, sodass ich noch stets genug für den folgenden Tag hatte. Aber Frikadellen oder sonstige Nahrungsmittel, die auch ihren Gaumen interessieren könnten, habe ich nie wieder offen stehengelassen.
Ich finde es immer wieder faszinierend, wenn mir Katzenhalter erzählen wollen, dass ihre Katzen ja nirgends beigehen und so etwas noch nie gemacht haben. Irgendwie scheine ich immer das Glück zu haben, ganz besonders diebische Fellpopos zu erwischen, denn selbst heute darf ich nichts unbeobachtet stehen lassen, andernfalls könnte es sein, dass es Beine bekommen hat und weggelaufen ist.
Habt einen schönen Tag!
Schnurrende Grüße von Eurer Chrissie und der Katzenbande.
Bildquelle: Ich (meine Sternenkatze Gipsy - immer eine große Hilfe bei der Hausarbeit)
Montag, 10. August 2015
Aus gegebenem Anlass - Gedenken an unsere Sternenkatzen (Teil 5) – Gipsy lebt sich ein
Inzwischen ist es schon wieder eine so lange Zeit her, dass ich Euch von meiner Sternenmieze Gipsy erzählt habe – die Katze, mit der alles begann. Ich schäme mich auch schon dafür und habe so das Gefühl, dass meine großartige und kluge Dame bereits ganz böse auf mich herabschaut. Deswegen geht es heute endlich mal weiter.
In Teil 4 habe ich Euch erzählt, wie sie zu mir gekommen ist. Nun soll es darum gehen, wie sie sich eingelebt hat sowie unsere ersten Schritte als Lehrerin und Schülerin. Hierbei stellt sich eigentlich nicht die Frage, wer von uns beiden welche Position eingenommen hat.
Nachdem sie an jenem Sonntag eingezogen war und ich sie schon am nächsten Tag wegen meiner Arbeit alleine lassen musste, konnte ich den Nachmittag gar nicht schnell genug erwarten. Ich wollte so schnell wie möglich nach Hause zu meiner kleinen Maus. Zuhause angekommen öffnete ich die Tür und…. niemand stand dort, um mich in Empfang zu nehmen. Als ich leise „Muschel, ich bin wieder dahaa“ rief, kam sie sofort angeschossen und begrüßte mich mit einem lauten Schnurren und wollte umgehend gestreichelt und geschmust werden. Dieses Spielchen ging ein paar Tage so und dann wusste sie genau, wann ich nach Hause komme. Als sie größer war, saß sie immer am Fenster, um nach mir Ausschau zu halten, aber die ersten Monate war sie noch zu klein, um die Fensterbank zu erklimmen.
Da ich noch nicht viel – oder um es genauer zu sagen: So rein gar nichts – über Katzenhaltung wusste, plünderte ich die folgenden Tage und Wochen sämtliche Bücherläden. Alles, was über Katzenerziehung, Katzenverstehen, Katzengesundheit usw. zu finden war, wurde von mir schonungslos aufgekauft. Ebenso stand ein Besuch beim Tierarzt an, denn sie war weder geimpft noch untersucht. Also beschäftigte ich mich ebenfalls mit der Suche nach dem richtigen Tierarzt. Nicht weit von mir befand sich eine Kleintierklinik, die mir als passend erschien. Mir war schon damals klar, dass es ein ungeschriebenes Gesetz war, dass Tiere IMMER am Abend oder am Wochenende krank werden. Während ein normaler Tierarzt außerhalb seiner Sprechzeiten in der Regel nicht erreichbar ist, kann die Tierklinik immer konsultiert werden. Und so machte ich dort einen Termin. Gipsy war zu dem Zeitpunkt bei der ersten Vorstellung noch neugierig und weitestgehend kooperativ. Der Tierarzt kam ohne nennenswerte Blessuren davon. Lediglich ihre Ohren waren kräftig verdreckt, die jedoch direkt vor Ort gereinigt wurden. Ein paar Tropfen Spezialreiniger hinein, etwas einmassieren lassen und schon schüttelte sie heftig ihren Kopf. Alle Dreckplacken flogen in einem hohen Bogen raus. Als die Sprechstundenhilfe reinkam, wurde sie auch gleich mal mit einem Dreckklumpen bombardiert. Ansonsten war Gipsy ein kerngesundes kleines Katzenmädchen, dass nun untersucht und geimpft ihre neue Welt erkunden konnte.
Ganz besonders liebte sie es, mir beim Abwaschen zuzusehen. Da dies vom Boden aus nicht wirklich gut funktioniert, hatte sie sich sehr schnell angewöhnt, blitzschnell an meinem Bein hochzulaufen, um dann neben der Spüle zu sitzen. Zu Anfang fand ich das ja noch ganz witzig und hab sie immer vorsichtig aus meiner Hüfte gepflückt und neben das Abwaschbecken gesetzt. Mit zunehmendem Alter und Größe hatte es allerdings mehr was von einer kostenfreien Akupunktur. Sie merkte jedoch schnell, dass ich von ihren Kraxeltouren nicht mehr so fasziniert war und gewöhnte es sich dann selbst ab. Auch Baden – also ich Baden – fand sie mehr als interessant. Mama sitzt in so einem komischen großen Kasten mit Wasser und so einem weißen, luftigen Zeugs drin, dass bei der Berührung mit der Pfote leise knisternd verschwand. Wie interessant!! Auch wenn sie nie verstanden hat, warum wir Menschen uns freiwillig in so ein seltsames Nass begeben. Wasser ist schließlich maximal zum Trinken gut!
Da sie ziemlich schnell die alten Sitzmöbel als Kratzbaum nutzte, wurde es Zeit, an neue Möbelstücke zu denken – Katzenmöbelstücke! Ein erster Kratzbaum wurde angeschafft, diverses Spielzeug, wie kleine Bällchen, die sie jedoch kaum beachtete. Vielmehr fand sie selbst gemachtes Spielzeug und alles, was so auf dem Tisch herumlag und sich zum Durch-die-Wohnung-schießen eignete, deutlich faszinierender. So entpuppte sich der Platz unter dem Sofa irgendwann als wahre Schatztruhe. Im Fressen war sie sehr pflegeleicht, Mamas Hand zum Kämpfen fand sie ebenfalls mehr als geeignet und konnte gar nicht verstehen, dass ich so manches Mal quiekte. Wie meine Hände aussahen, muss ich wohl kaum weiter erwähnen. Die Frage anderer Menschen, ob ich eine Katze hätte, sagt wohl schon genug. Mein kleines Katzenmädchen entwickelte sich prächtig und bereits nach wenigen Wochen war für mich klar, dass ich mir ein Leben ohne Gipsy einfach nicht mehr vorstellen konnte.
Etwa zwei Wochen später ging der Chef meines Ex-Freundes mit seiner Familie in Urlaub. Sie besaßen inzwischen auch eine noch junge Mieze, die wir füttern sollten. Wir hatten die glorreiche Idee, sie mit zu uns zu nehmen, um uns das Hin- und Herfahren zu ersparen. Gipsy schien davon allerdings wenig begeistert zu sein und fauchte das kleine Wesen unentwegt an. Ich wusste damals jedoch noch nicht, dass es eine Zusammenführung seine Zeit benötigt und so trennten wir sie bereits nach wenigen Stunden. Für mich war somit klar, dass Gipsy aufgrund ihres dominanten Wesens niemals eine andere Katze neben sich akzeptieren würde. Dass ich mich darin ganz entschieden getäuscht habe, lernte ich erst einige Jahre später. Bis dahin blieb sie jedoch die einzige Fellnase in meinem Haushalt. Heute weiß ich es natürlich anders, denn Katzen sind Gesellschaftstiere, die sehr wohl minimal einen Katzenkumpel benötigen, da sie ansonsten seelisch verkümmern, und dass eine Zusammenführung sogar mehrere Wochen oder gar Monate beanspruchen kann. Aber damals herrschte halt noch der Grundsatz vor, dass Katzen Einzelgänger seien.
Besonders liebte Gipsy es, mit mir zu fernsehen. Als gerade die Winterolympiade lief und ich im Schlafzimmer genüsslich auf dem Bett saß, um mir die Wettkämpfe im Eiskunstlaufen anzusehen, kam sie angeflitzt, sprang auf das Bett, legte sich gemütlich mit dem Kopf zum Fernseher und schaute mit. Aber genauso waren Tiersendungen oder Fußball bevorzugte Objekte, um zu verfolgen, was aus dem seltsamen Bildkasten für bewegte Bilder und Geräusche kamen.
Irgendwann stand dann auch die erste Rolligkeit ins Haus. Irgendwann hatte ich etwas von Kastrieren gelesen, aber zu damaliger Zeit hätte ich gerne Junge von dem großartigen Mädchen gehabt. Dieses Vorhaben scheiterte jedoch mangels geeignetem Partner. Der Tierarzt riet mir zur Katzenpille, die die Rolligkeit unterdrückt und versprach mir, dass diese nebenwirkungslos sei. Inzwischen weiß ich, dass dies ein erster Irrglaube von seiner Seite aus war.
Wenn ich heute so darüber nachdenke, welche Fehler ich damals machte und wie vielen Irrtümern ich aufgesessen war, dann kann ich mich nur aus tiefstem Herzen bei meiner Maus entschuldigen – nämlich dafür, dass ich es einfach nicht besser wusste. Glücklicherweise habe ich im Laufe der Jahre jede Menge dazu gelernt und darf mich heute darüber freuen, dass meine derzeitigen Fellpopos davon profitieren. Ebenso bin ich in der Lage, anderen Katzenhaltern und Neukatzeneltern mit meinem reichhaltigen Erfahrungsschatz zu helfen, was mich wiederum mit großer Freude erfüllt. Und glaubt mir eins: Auch ich lerne noch jeden Tag wieder mehr dazu.
Wie es jedoch weitergeht mit meiner Katzendame, das erfahrt Ihr im nächsten Teil.
Habt einen schönen Tag!
Schnurrende Grüße von Eurer Chrissie und der Katzenbande.
Bildquelle: Ich (meine Sternenkatze Gipsy beim Putzen...nur so bleibt Katze schön)
Samstag, 30. Mai 2015
Aus gegebenem Anlass - Gedenken an unsere Sternenkatzen (Teil 4) - Alles hat auch einen Anfang!
Ein kleines Katzenmädchen erobert mein Herz im Sturm
Nun wird es Zeit, endlich die Fortsetzungsgeschichte weiter zu erzählen. Dazu muss ich allerdings etwas weiter ausholen – oder genauer gesagt – ganz an den Anfang zurückkehren. Warum so weit zurück? Nun, Gipsy war von Anfang an etwas ganz Besonderes für mich und gleichzeitig auch der Grundsteinleger für meine „Karriere“ als Katzenmama. Deswegen hat sie es auch verdient, dass ihre ganze Geschichte erzählt wird, wobei die eine oder andere Anekdote sicherlich zu späterer Zeit noch einmal einen Ehrenplatz bekommen wird. Nun jedoch genug palavert, sonst wird Madame da oben noch vollends ungeduldig.
Am Anfang war das Ei… ach nee, das war ja was anderes und hat mit Katzen nun wirklich nichts zu tun. Also, zu Gipsy und somit meiner ersten Mieze kam ich erst im Jahr 1992. Damals war ich bereits erwachsen, lebte schon diverse Jahre nicht mehr zu Hause. Viele wachsen ja bereits mit den samtpfötigen Genossen auf. Nicht so ich, denn meine Eltern hielten keine Tiere – weder Hund noch Katze. Der Grund: Sie waren der felsenfesten Überzeugung, ein Tier würde mir nicht guttun, denn wenn es krank ist und letztendlich für immer gehen muss, dann würde ich daran zerbrechen. Wieso dachten sie eigentlich immer, ganz genau zu wissen, was gut oder schlecht für mich wäre? Meine Theorie dazu ist eher eine andere, denn wie ich im Laufe der Jahre und Jahrzehnte als Katzenmama feststellen konnte, kostet ein Tier Geld, und damit meine ich nicht nur das Futter und weitere Dinge, die ein Katzenleben schöner machen. Und das Geld nutzten sie lieber für andere Dinge – aber das ist ein ganz anderes Thema und tut hier nicht wirklich viel zur Sache.
Zurück zum Thema - wir schreiben den Sommer 1992, als mein damaliger Freund an einem Sonntagnachmittag auf die Idee kam, doch einfach auf einen Kaffee zu entfernten Verwandten zu fahren. Ihr Grundstück befand sich in einem kleinen Ort im schleswig-holsteinischen Dithmarschen und dort mitten im Wald. Warum wir ausgerechnet dorthin fuhren, wo er sie über Jahre hinweg nie erwähnte – ich denke, es war einfach Vorsehung, denn Gipsy war eine ganz besondere, sehr kluge und überaus soziale Miez, die mir viel beigebracht hat und die mich (so wie auch ich sie) von ganzem Herzen aufrichtig liebte. Aber so denke ich heute, damals war es mir noch nicht bewusst – also das mit der Vorsehung.
Neben der Tante und dem Onkel war auch die Cousine mit ihrem Freund gerade anwesend – und ein Dackel, eine erwachsene Mieze und ein dreifarbiges Katzenkind, eine echte Glückskatze und geboren Anfang Mai 1992. Wir erfuhren, dass die Mamakatze eigentlich mehrere Kinder hatte, Tante und Onkel die Kleinen jedoch alle mit der Schaufel erschlagen hatten. Oder war es ertränken? Na, egal, beides ist gleich schlimm und absolut tierunwürdig. Wenn ich heute darüber nachdenke und mit dem Wissen, was ich jetzt habe, hätte ich denen noch im Nachhinein zu und zu gerne und ganz eigenhändig die Plattschaufel mit wachsender Begeisterung übergezogen! Warum sie die Miez nicht haben kastrieren lassen? Auf die Frage konnten sie mir auch keine Antwort geben, aber ich kann Euch versichern, dass sie es auch nie vorhatten, wie sich eine Woche später herausstellte.
Bei der kleinen dreifarbigen Glückskatze jedoch brachten sie es nicht übers Herz – oder besser, die Cousine hatte sich dafür eingesetzt, dass die Maus am Leben bleibt, was im Übrigen für die Muttermiez sicherlich auch besser war. Zunächst wurde uns noch gesagt, dass sie das Katzenkind behalten wollten. Himmel, noch eine, die dann ständig Kinder bekommt, die man ihr wegnimmt? Aber dann kam auf einmal die Frage, ob wir sie haben wollten. Ich war wie vom Donner gerührt, denn ich hatte niemals darüber nachgedacht, mir eine Samtpfote zuzulegen. Vielmehr hatte ich Monate vorher die Überlegung angestellt, ob ein Hund nicht ganz schön wäre. Allerdings war ich nun von der kleinen Miez, die so munter durch die Gegend flitzte, sich aber bereitwillig von mir auf den Arm nehmen ließ, mit mir spielte, kaum größer als meine Hand war und die sich sichtlich bei mir wohlfühlte, ganz fasziniert. Und auf einmal hörte ich meinen Freund sagen: „Ja, wir nehmen sie.“ Ich muss ihn angesehen haben wie das nächste Weltwunder, denn das hatte ich nicht erwartet. Da wir allerdings noch geplant hatten, in Urlaub zu fahren, baten wir darum, die kleine Maus noch etwas bei der Mutter zu lassen, was uns erst auch zugesagt wurde. Jedoch kam ein paar Mal noch die Frage, ob wir sie auch wirklich nehmen wollten, wobei der Hinweis folgte, wenn nicht, müssten wir es nur sagen, denn dann würden sie das Kleine behalten. Aber aus der Nummer kamen sie nun nicht mehr raus!
Eine Woche später zog es mich dort wieder hin, denn ich wollte doch wissen, wie es mit MEINER Katze ging. Ich muss wohl nicht genauer erläutern, dass ich stolz wie Oskar war und es kaum erwarten konnte, meine kleine Maus wiederzusehen? Dort eingetroffen wurde uns umgehend eröffnet, wir müssen die Miez HEUTE mitnehmen, da ihre Mutter wieder in anderen Umständen wäre und es wohl nicht mehr lange dauern könnte, bis der nächste Nachwuchs erwartet wird. Heute würde man so etwas in die Kategorie Vermehrer ohne Sinn und Verstand einordnen, für damalige Zeiten war das ziemlich normal. Tja, und da saß ich nun – ohne Katzenkorb, ohne Katzenklo, ohne Katzenstreu, ohne Katzenfutter, ohne Kratzbaum, aber mit einer süßen, kleinen Miez, die gerade mal knapp 10 Wochen alt war… oder vielleicht auch noch etwas jünger. Zum Glück war unser Kumpel, der uns begleitet hatte, selber Katzenpapa und konnte uns mit einem Katzenklo, Katzenstreu und Katzenfutter für den ersten Tag aushelfen.
Wir also Miez eingepackt, mit einem lustigen Mauz- und Miaukonzert zu unserem Kumpel, bei ihm die ersten Utensilien abgeholt und ab nach Hause. Blöd war nur, dass sie gleich den nächsten Tag alleine bleiben musste, weil wir auch irgendwie die häusliche Kasse füllen mussten, aber das ließ sich ja nun mal leider nicht ändern. Dennoch genoss ich bereits die ersten Stunden, in denen sie sich sofort umsah, gleich ihre Toilette annahm und die erste Mahlzeit inhalierte.
Natürlich, um es noch einmal ganz deutlich zu machen, hatte ich null Ahnung und habe jeden Anfängerfehler gemacht, den auch jeder von Euch gemacht hat und auch noch machen wird. Und natürlich darf man keineswegs vergessen, dass die Zeiten damals noch ganz anders waren. Es gab noch kein Internet (wie konnte man eigentlich damit überleben???), dem Tierarzt wurde jedes Wort geglaubt und ebenso schenkte man dem Wissen aus Büchern Glauben, was natürlich nichts Verwerfliches ist. So war ich auch der Meinung, dass Kitekat und Whiskas die besten Futtersorten sind, die es gibt. Inzwischen würde ich die zwei Marken, so wie einige andere Sorten, die man so im Supermarkt bekommt, noch nicht einmal den Streunerkatzen vorsetzen wollen.
Wie Gipsy (der Name steht für Zigeuner/in und passte irgendwie wie der bekannte Arsch auf Eimer) sich die erste Zeit so bei mir machte und wieso sie zwei Namen hatte…. Ja, das erfahrt Ihr beim nächsten Mal.
Habt einen schönen Tag!
Schnurrende Grüße von Eurer Chrissie und der Katzenbande.
Bildquelle: Ich (meine Sternenkatze Gipsy beim Erzählen...oder wollte sie mir nur sagen, dass das Hühnchen gerade soooo lecker war??)
Nun wird es Zeit, endlich die Fortsetzungsgeschichte weiter zu erzählen. Dazu muss ich allerdings etwas weiter ausholen – oder genauer gesagt – ganz an den Anfang zurückkehren. Warum so weit zurück? Nun, Gipsy war von Anfang an etwas ganz Besonderes für mich und gleichzeitig auch der Grundsteinleger für meine „Karriere“ als Katzenmama. Deswegen hat sie es auch verdient, dass ihre ganze Geschichte erzählt wird, wobei die eine oder andere Anekdote sicherlich zu späterer Zeit noch einmal einen Ehrenplatz bekommen wird. Nun jedoch genug palavert, sonst wird Madame da oben noch vollends ungeduldig.
Am Anfang war das Ei… ach nee, das war ja was anderes und hat mit Katzen nun wirklich nichts zu tun. Also, zu Gipsy und somit meiner ersten Mieze kam ich erst im Jahr 1992. Damals war ich bereits erwachsen, lebte schon diverse Jahre nicht mehr zu Hause. Viele wachsen ja bereits mit den samtpfötigen Genossen auf. Nicht so ich, denn meine Eltern hielten keine Tiere – weder Hund noch Katze. Der Grund: Sie waren der felsenfesten Überzeugung, ein Tier würde mir nicht guttun, denn wenn es krank ist und letztendlich für immer gehen muss, dann würde ich daran zerbrechen. Wieso dachten sie eigentlich immer, ganz genau zu wissen, was gut oder schlecht für mich wäre? Meine Theorie dazu ist eher eine andere, denn wie ich im Laufe der Jahre und Jahrzehnte als Katzenmama feststellen konnte, kostet ein Tier Geld, und damit meine ich nicht nur das Futter und weitere Dinge, die ein Katzenleben schöner machen. Und das Geld nutzten sie lieber für andere Dinge – aber das ist ein ganz anderes Thema und tut hier nicht wirklich viel zur Sache.
Zurück zum Thema - wir schreiben den Sommer 1992, als mein damaliger Freund an einem Sonntagnachmittag auf die Idee kam, doch einfach auf einen Kaffee zu entfernten Verwandten zu fahren. Ihr Grundstück befand sich in einem kleinen Ort im schleswig-holsteinischen Dithmarschen und dort mitten im Wald. Warum wir ausgerechnet dorthin fuhren, wo er sie über Jahre hinweg nie erwähnte – ich denke, es war einfach Vorsehung, denn Gipsy war eine ganz besondere, sehr kluge und überaus soziale Miez, die mir viel beigebracht hat und die mich (so wie auch ich sie) von ganzem Herzen aufrichtig liebte. Aber so denke ich heute, damals war es mir noch nicht bewusst – also das mit der Vorsehung.
Neben der Tante und dem Onkel war auch die Cousine mit ihrem Freund gerade anwesend – und ein Dackel, eine erwachsene Mieze und ein dreifarbiges Katzenkind, eine echte Glückskatze und geboren Anfang Mai 1992. Wir erfuhren, dass die Mamakatze eigentlich mehrere Kinder hatte, Tante und Onkel die Kleinen jedoch alle mit der Schaufel erschlagen hatten. Oder war es ertränken? Na, egal, beides ist gleich schlimm und absolut tierunwürdig. Wenn ich heute darüber nachdenke und mit dem Wissen, was ich jetzt habe, hätte ich denen noch im Nachhinein zu und zu gerne und ganz eigenhändig die Plattschaufel mit wachsender Begeisterung übergezogen! Warum sie die Miez nicht haben kastrieren lassen? Auf die Frage konnten sie mir auch keine Antwort geben, aber ich kann Euch versichern, dass sie es auch nie vorhatten, wie sich eine Woche später herausstellte.
Bei der kleinen dreifarbigen Glückskatze jedoch brachten sie es nicht übers Herz – oder besser, die Cousine hatte sich dafür eingesetzt, dass die Maus am Leben bleibt, was im Übrigen für die Muttermiez sicherlich auch besser war. Zunächst wurde uns noch gesagt, dass sie das Katzenkind behalten wollten. Himmel, noch eine, die dann ständig Kinder bekommt, die man ihr wegnimmt? Aber dann kam auf einmal die Frage, ob wir sie haben wollten. Ich war wie vom Donner gerührt, denn ich hatte niemals darüber nachgedacht, mir eine Samtpfote zuzulegen. Vielmehr hatte ich Monate vorher die Überlegung angestellt, ob ein Hund nicht ganz schön wäre. Allerdings war ich nun von der kleinen Miez, die so munter durch die Gegend flitzte, sich aber bereitwillig von mir auf den Arm nehmen ließ, mit mir spielte, kaum größer als meine Hand war und die sich sichtlich bei mir wohlfühlte, ganz fasziniert. Und auf einmal hörte ich meinen Freund sagen: „Ja, wir nehmen sie.“ Ich muss ihn angesehen haben wie das nächste Weltwunder, denn das hatte ich nicht erwartet. Da wir allerdings noch geplant hatten, in Urlaub zu fahren, baten wir darum, die kleine Maus noch etwas bei der Mutter zu lassen, was uns erst auch zugesagt wurde. Jedoch kam ein paar Mal noch die Frage, ob wir sie auch wirklich nehmen wollten, wobei der Hinweis folgte, wenn nicht, müssten wir es nur sagen, denn dann würden sie das Kleine behalten. Aber aus der Nummer kamen sie nun nicht mehr raus!
Eine Woche später zog es mich dort wieder hin, denn ich wollte doch wissen, wie es mit MEINER Katze ging. Ich muss wohl nicht genauer erläutern, dass ich stolz wie Oskar war und es kaum erwarten konnte, meine kleine Maus wiederzusehen? Dort eingetroffen wurde uns umgehend eröffnet, wir müssen die Miez HEUTE mitnehmen, da ihre Mutter wieder in anderen Umständen wäre und es wohl nicht mehr lange dauern könnte, bis der nächste Nachwuchs erwartet wird. Heute würde man so etwas in die Kategorie Vermehrer ohne Sinn und Verstand einordnen, für damalige Zeiten war das ziemlich normal. Tja, und da saß ich nun – ohne Katzenkorb, ohne Katzenklo, ohne Katzenstreu, ohne Katzenfutter, ohne Kratzbaum, aber mit einer süßen, kleinen Miez, die gerade mal knapp 10 Wochen alt war… oder vielleicht auch noch etwas jünger. Zum Glück war unser Kumpel, der uns begleitet hatte, selber Katzenpapa und konnte uns mit einem Katzenklo, Katzenstreu und Katzenfutter für den ersten Tag aushelfen.
Wir also Miez eingepackt, mit einem lustigen Mauz- und Miaukonzert zu unserem Kumpel, bei ihm die ersten Utensilien abgeholt und ab nach Hause. Blöd war nur, dass sie gleich den nächsten Tag alleine bleiben musste, weil wir auch irgendwie die häusliche Kasse füllen mussten, aber das ließ sich ja nun mal leider nicht ändern. Dennoch genoss ich bereits die ersten Stunden, in denen sie sich sofort umsah, gleich ihre Toilette annahm und die erste Mahlzeit inhalierte.
Natürlich, um es noch einmal ganz deutlich zu machen, hatte ich null Ahnung und habe jeden Anfängerfehler gemacht, den auch jeder von Euch gemacht hat und auch noch machen wird. Und natürlich darf man keineswegs vergessen, dass die Zeiten damals noch ganz anders waren. Es gab noch kein Internet (wie konnte man eigentlich damit überleben???), dem Tierarzt wurde jedes Wort geglaubt und ebenso schenkte man dem Wissen aus Büchern Glauben, was natürlich nichts Verwerfliches ist. So war ich auch der Meinung, dass Kitekat und Whiskas die besten Futtersorten sind, die es gibt. Inzwischen würde ich die zwei Marken, so wie einige andere Sorten, die man so im Supermarkt bekommt, noch nicht einmal den Streunerkatzen vorsetzen wollen.
Wie Gipsy (der Name steht für Zigeuner/in und passte irgendwie wie der bekannte Arsch auf Eimer) sich die erste Zeit so bei mir machte und wieso sie zwei Namen hatte…. Ja, das erfahrt Ihr beim nächsten Mal.
Habt einen schönen Tag!
Schnurrende Grüße von Eurer Chrissie und der Katzenbande.
Bildquelle: Ich (meine Sternenkatze Gipsy beim Erzählen...oder wollte sie mir nur sagen, dass das Hühnchen gerade soooo lecker war??)
Donnerstag, 21. Mai 2015
Junge Katze, gleichaltrige Katze oder ältere Katze – bei diesem Thema fahren nicht nur die Katzen die Krallen aus
Eigentlich wollte ich Euch nun endlich die Fortsetzungsgeschichte weiter erzählen, aber derzeit stehen mir laufend die Haare zu Berge. Ich befinde mich in der einen oder anderen Katzengruppe, die sich so bei Facebook tummeln. Und was dort so manche selbst ernannten Katzenspezialisten, die am besten auch noch keine andere Meinung als die ihre dulden, von sich geben, treibt mir so manches Mal die Lachtränen in die Augen, aber führt auch genauso zu dem einen oder anderen Schleudertrauma, weil ich aus dem fassungslosen Kopfschütteln nicht mehr heraus komme. Ich selber darf zwar inzwischen auf eine Katzenerfahrung von 23 Jahren zurückblicken, aber ich würde mich niemals als die absolute Spezialistin bezeichnen, denn auch ich lerne immer noch dazu. Und schon gar nicht würde ich versuchen, anderen meine Meinung als die einzig Wahre aufzudrängen.
So musste ich neulich lesen, dass es bei Katzen den sogenannten „Welpenschutz“ nicht geben soll. Nun, in der ganzen Tierwelt genießen die kleinen Tierbabys und Tierkinder bis zu einem gewissen Alter diesen Schutz. Warum, bitte schön, sollte dies ausgerechnet bei Katzen anders sein? Angeblich würden ausgewachsene Katzen, wenn man eine kleine Katze hinzu holt, den Neuzugang als Eindringling ansehen und sich somit ein Konkurrenzdenken einstellen. Da allerdings in dieser besonderen Gruppe allgemein der Grundgedanke vorherrscht, dass man sich doch bitte schön nicht immer nur die niedlichen Babykatzen zulegen sollte, sondern sich lieber im Tierheim für eine ausgewachsene Katze im etwa gleichen Alter entscheiden sollte, die sonst länger als unnötig dort ihr Leben fristen würde, denke ich mehr, dass daher der Wind weht – eigentlich ist es schon eher ein Orkan oder gar ein Tornado. Nun ist einerseits dieses Denken zwar sehr löblich, denn es gibt natürlich genügend ausgewachsene Katzen, die sich sehnlichst eine neue Familie, die sie aufrichtig liebt und ihnen ein schönes Zuhause gibt, wünschen. Aber grundsätzlich kann es mit jeder Katze als Spielkumpel gut gehen oder eben auch nicht.
Weiter stellt sich mir die Frage, ob nur ich das wahnsinnige Glück habe, so soziale Stubentiger zu haben, die bei den kätzischen Kleinkindern sofort die Mutter- oder Vaterrolle übernehmen, sie erziehen und ihnen all das beibringen, was eine gute Katze halt so wissen sollte. So ist es mir nämlich bereits zwei Mal gegangen.
Als wir damals im Tierheim waren, um einige Spenden abzugeben, wurden wir gefragt, ob wir nicht im Katzenhaus vorbei schauen wollten. Da wir uns eh mit dem Gedanken trugen, unserer achtjährigen Gipsy einen Kumpel zu bescheren, sagten wir zu. Wir haben uns sehr viel Zeit für die Auswahl genommen und nicht einfach nur mal eben geschaut, ausgesucht und mitgenommen. Immerhin war Gipsy sehr dominant. So fielen einige Katzen bereits bei der Wahl durch. Cherie hingegen, die zu dem Zeitpunkt 10 Wochen alt war, spielte in der ganzen Gruppe eine untergeordnete Rolle, war damit auch einverstanden und machte trotzdem ihr Ding. Zu Hause lief sie gleich ganz wacker durch die Wohnung, wurde von Gipsy den Abend und die Nacht angefaucht, ohne pfotengreiflich zu werden. Am nächsten Morgen war der Drops gelutscht und unsere kluge Gipsy hatte die Pflegemutterrolle und die Erziehung übernommen. Die Pflegetochter lernte von da an alles, was eine gute Katze in unserem Haushalt so wissen sollte – unter anderem auch die Frechheiten, versteht sich.
Ricky war bereits erwachsen, als er vor einigen Jahren meinen Mädelhaushalt bereicherte. Hier gab es schon mehr Zoff, allerdings ließ der Kerl mir auch keine Wahl. Er hatte sich nämlich schon länger mit uns beschäftigt und uns einfach adoptiert. Allerdings wollte er sofort die Chefrolle übernehmen, was Jeanny gar nicht witzig fand. Ihre Position ankratzen??? Wo kommen wir denn da hin?? Ich warf ihn kurzerhand wieder raus (was mir in der Seele wehtat, aber in dem Moment musste ich an meine Mädels denken), er stand jedoch nach zwei Tagen wieder vor der Tür und bettelte um Einlass. Er würde jetzt auch ganz brav sein – so versprach mir sein Blick. Selbstverständlich bekam er seine zweite Chance. Und tatsächlich, er war von nun an auch ganz brav. Aber die folgenden Wochen waren meine Mädels zunächst nicht not amused – zumindest nicht so ganz wirklich. Als ich einige Wochen später über Nacht nicht zuhause war, haben sie die ganze Angelegenheit mal gepflegt ausdiskutiert – also Ricky und Jeanny. Blacky wird ihn möglicherweise, wie sie es immer macht, mal ordentlich angefaucht und einen Pfotenhieb verpasst haben und dann werden keine weiteren Diskussionen geduldet. Jedenfalls kam ich nach Hause, fand jede Menge Fellflocken im ganzen Wohnzimmer verstreut vor. Und was taten die beiden Streithähne? Nebeneinander am Fenster sitzen und die Vögel beobachten – so, als wenn ja nie was gewesen wäre. Von dem Zeitpunkt an war Ricky von beiden Damen akzeptiert, die halbjährlichen Streitigkeiten um die Führungsposition mal ausgeschlossen.
Letztes Jahr hat Speedy nun das Katzenteam verstärkt. Bei seinem Einzug war er vier Monate alt, während Cherie und Ricky 5 Jahre alt waren und Blacky 14 Jahre. Und auch hier gab es keinerlei Probleme. Ricky übernahm umgehend die Pflegevaterrolle, die Mädels übten sich noch einige Wochen in vornehmer Zurückhaltung. Geputzt wurde er von Anfang an und es gab mit keiner der Großen wirklich Streit. Die leichten Fauchattacken der Mädels waren ebenfalls nur von kurzer Dauer. Jeanny als Pflegemama und Cheffin vom Dienst bringt ihm viel bei, auch das, was er besser nicht lernen sollte, und mit Blacky liegt er seit einigen Monaten immer gerne auf dem Bett.
Also grundsätzlich würde ich, wenn bereits eine ältere Mieze im Haus das Regiment übernommen hat, zu einem jüngeren Stubentiger raten. In einem Katzenhaushalt, in dem bereits mehrere Fellnasen vorhanden sind, kann es auch zweifelsohne mit einer erwachsenen Mieze gut gehen. Ich rate jedoch immer dazu, sich bei der Auswahl des neuen samtigen Mitbewohners viel Zeit zu nehmen. Jeder wird seine Fellpopos und deren Charaktereigenschaften am besten kennen. Wenn also die Miez dominant ist, dann sollte der Neuzugang keineswegs diese Position für sich beanspruchen wollen. Endlose Streitigkeiten und Diskussionen sind schon fast vorprogrammiert. Ein absoluter Duckmäuser sollte es aber auch nicht sein, denn natürlich soll sich auch der Neuzugang zu einer glücklichen Mitbewohnerin entwickeln können. Wer seine samtigen Lieblinge kennt und mit ihnen ein gewisses Band aufgebaut hat, kann sich zweifelsohne auf sein Gefühl verlassen und wird schon fast automatisch die richtige Entscheidung treffen.
Habt einen schönen Tag!
Schnurrende Grüße von Eurer Chrissie und der Katzenbande.
Bildquelle: Ich (meine Sternenkatze Cherie beim Nickerchen auf dem Kratzbaum)
Dienstag, 12. Mai 2015
Wir wollen doch alle das Gleiche – oder vielleicht doch nicht?
Eigentlich wollte ich Euch meine Fortsetzungsgeschichte weitererzählen, aber den heutigen Beitrag werde ich mal einem ganz anderen Thema widmen. Ein immer wieder gern genommenes Streitthema ist nämlich die Ernährung der Katze. Im Laufe meines Blogs werde ich darauf auch noch genauer eingehen und meine persönlichen Erfahrungen, die sicherlich für die einen oder anderen Katzenhalter eine wertvolle Hilfestellung darstellen können, mitteilen. Ganz sicher habe ich nicht die Weisheit mit dem Löffel „gefressen“, aber im Gegensatz zu mir scheinen es so manche anderen Katzenbesitzer von sich zu denken.
Was mir jedoch auf unserem heiß geliebten Facebook vermehrt auffällt, ist einerseits die Starrköpfigkeit mancher User sowie die mehr als beleidigende Wortwahl – vor allem in der einen oder anderen geschlossenen Gruppe, aber selbst öffentlich wird um sich geschlagen. So gibt es beispielsweise bekennende Veganer, die sogar ihre fleischfressenden Hunde und Katzen, die zu den Carnivoren zählen, vegan ernähren und der felsenfesten Überzeugung sind, sie tun ihrem Tier etwas Gutes und nur und ausschließlich diese Ernährungsweise ist die einzig Richtige. Übrigens gehört selbst der Mensch zu der Gruppe der Carnivoren (lateinisch für „Fleischfresser“). Eine weitere Wertung erspare ich mir und überlasse diese lieber Euch, denn diese Gattung der Menschen reagiert bereits mit einer immensen Aggressivität auf andere Nutzer, die in einem freundlichen Ton, aber dennoch bestimmt, darauf hinweisen, was den Tieren eigentlich mit dieser Art der Fütterung angetan wird.
Ein weiteres Streitthema ist Trockenfutter. So manch einer – so könnte man meinen – ist hier auf dem Kenntnisstand von Anno Frühling stehen geblieben. Ich selber gebe meinen Katzen sehr wohl Trockenfutter als kleines Leckerli zwischendurch, anstatt ihnen handelsübliche Leckerlis mit Zucker und Milch zu kredenzen, aber ich achte sehr genau darauf, welche Sorten sie erhalten. So gibt es beispielsweise Trockenfutter aus dem Supermarkt für 0,69 Cent. Lest Euch dort einmal die Inhaltsangabe genauer durch und Euch wird schon beim Lesen ganz anders: Nur wenig Fleisch, viel Getreide, Farbstoffe, eine unausgewogene Vitaminzusammensetzung und noch so einiges anderes, was wir Menschen noch nicht einmal zu uns nehmen würden. Allerdings gibt es seit noch verhältnismäßig wenigen Jahren auch hochwertige Trockenfuttersorten, dessen Trockenfleischanteil bei 70% oder noch höher liegt, kein Getreide und auch keine sonstigen Nebenerzeugnisse und Zusatzstoffe enthält. Eine große Vielzahl der Nutzer, vor allem eine Facebook-Gruppe, schlägt jedoch auf die Gruppenmitglieder ein, die es wagen, ihren Miezen auch mal Trockenfutter zu reichen, sodass es schon fast einer Hexenjagd mit einem Spießrutenlaufen gleichkommt. Hinweise auf neue und hochwertige Sorten werden gleich niedergeprügelt, Mitglieder förmlich mundtot gemacht. Heute durfte ich sogar erleben, dass sich die Trockenfuttergegner regelrecht im Ton vergriffen, was mich veranlasste, nachzuschauen, ob ich eigentlich noch in der richtigen Gruppe bin? Und dann frage ich mich tatsächlich, ob sich diese Personen im Real Life auch ihrem Gegenüber so respektlos benehmen?
Was war passiert? Es ging in diesem speziellen Fall um einen Auszug aus einem – zugegebenermaßen schon etwas betagteren – Buch über Katzenernährung, indem hingewiesen wurde, dass Rohfleisch für die Katze gefährlich werden könnte. Dies stimmt nur bedingt, denn wenn Rohfleisch, dann bitte immer nur ganz frisch verfüttern, da es gerade bei schwächeren Tieren zu Problemen führen kann und vor allem kein rohes Schweinefleisch, da dieses den tödlichen Aujeszky-Virus (Pseudo-Tollwut) enthalten kann. Nun ja, die militanten Trockenfuttergegner sind gleichzeitig die Rohfleischfanatiker und in ihren Augen ist dies die einzig wahre Fütterung für die Katze. Wer sich ihnen in den Weg stellt, wird gnadenlos niedergemacht und sogar abfällig als „Weiber“ bezeichnet. Und Schweinefleisch wird – so scheint es – bei jeder ihrer Katzen verfüttert. Eine absolute Rohfleischfütterung wiederum kann allerdings zu Mangelerscheinungen führen, der beispielsweise mit Zusatzfutter entgegengewirkt werden kann. Eine der lustigsten Aussagen war, dass Katzen draußen ja die Maus auch nicht erst über dem Lagerfeuer grillen. Nun ja – die Maus wird auch umgehend nach dem Erlegen verspeist, frischer geht es wohl kaum. Sollte man ihnen mal mitteilen, dass Mäuse auch Parasiten in sich tragen, die für einen Wurmbefall bei den Stubentigern verantwortlich sind? Aber dagegen gibt es ja dann Wurmmittel – Chemie pur, die im Regelfall vom Tierarzt verschrieben wird. Verzeiht mir meine Ironie, ich bin sicher kein Verfechter von rohem Fleisch, aber man sollte die Kirche doch mal im Dorf lassen. Denn eine weitere Aussage, die mehrfach auftauchte, sorgte dafür, dass ich seit gefühlten fünf Stunden an einem Schleudertrauma leide: „Tierärzte wollen nicht, dass es dem Tier gut geht, sie leben schließlich vom kranken Tier“. Es folgte noch der Zusatz, dass die Rede von den Tierärzten ist, die gezielt von der Futtermittelindustrie geschult sind.
Grundsätzlich halte ich diese Unterstellung, dass ein Tierarzt nicht will, dass es dem Tier gut geht, für überaus bedenklich. Zum einen führt jeder Tierarzt führt auch Spezialfutter – Trocken- wie Nassfutter. Zum anderen glaube ich aber kaum, dass es einem guten und verantwortungsbewussten Tierarzt wirklich Spaß macht, das Tier sowie den Patientenhalter leiden zu sehen. Ausnahmen bestätigen natürlich, wie immer im Leben, die Regel und es gibt auch genügend Tierärzte, bei denen man als Tierbesitzer denkt: „Herr, lass Hirn vom Himmel regnen“. Allerdings zeigt sich deren Unfähigkeit bereits auf anderen Gebieten, aber auch dazu mal in einem anderen Blogbeitrag mehr.
Zu dem Spezialfutter beim Tierarzt: Ich für meinen Teil lehne das dort angebotene Futter ab, auch wenn dies immer wieder zu Diskussionen in der Tierklinik führt. Mittlerweile macht es mir sogar richtig Spaß, wenn ich den Ärzten dort ihre Aussagen mit Gegenargumenten entkräften kann. Denn natürlich bildet auch das Futter, neben dem jährlichen Impfen, eine Haupteinnahmequelle, die sich kaum ein Tierarzt entgehen lassen möchte oder vielleicht sogar noch nicht einmal kann. Das Problem liegt aber sehr häufig im Unwissen und nicht Weiterbilden der tierischen Mediziner, sodass man ihnen als verantwortungsbewusster Tierhalter gerne mal auf die Sprünge helfen darf. Und wer sich bei seinem Tierarzt nicht gut aufgehoben fühlt, hat immer und grundsätzlich das Recht, zu wechseln.
Habt einen schönen Tag!
Schnurrende Grüße von Eurer Chrissie und der Katzenbande.
Bildquelle: Ich (Ricky und sein Pflegekind Speedy)
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